Was brauche ich für ein erfülltes

Was brauche ich für ein erfülltes

Was brauche ich für ein erfülltes Sexualleben?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten- obwohl sie auf einen solch wichtigen Faktor der Lebensqualität eines jeden Menschen abzielt. Es stellen sich zugleich die Fragen:
Wie setzt sich das Erleben von Sexualität zusammen?
Welche Faktoren tragen zu einem erfüllten Sexualleben bei?
Wo können die Ursachen liegen, wenn es sexuell nicht so klappt wie ich es mir vorstelle?
Wir wollen versuchen Ihnen im nächsten Abschnitt dazu einige Erklärungsansätze zu liefern.

Körperliche Vorraussetzungen

Erogene Zonen lassen Lustgefühle aufkommen

Anatomisch betrachtet benötigen wir gewisse Vorraussetzungen um körperliche Lust zu empfinden: Erogene Zonen (erogen bedeutet auf griechisch „geschlechtlich reizbar“) sind Stellen des Körpers bei deren Berührung der Mensch Lust, und zwar auf Sex, empfindet. Hierzu zählen bei der Frau besonders der Beckenbereich mit Vulva( so bezeichnet man alle Geschlechtsorgane im Intimbereich die sichtbar sind: die großen und kleinen Schamlippen sowie die Klitoris), dem Dammbereich, der Vagina und der Brust mit den Brustwarzen. Auch der Hals, das Ohr und die Innenseite der Oberschenkel gehören zu den erogenen Zonen. Im Prinzip kann jeder Körperteil eine erogene Zone sein. Auch der Geruch-, Gehör- und Sehsinn kann zur sexuellen Erregung beitragen, genau wie sexuelle Phantasien es vor dem inneren Auge tun können.

Erregung bereitet die Sexualorgane auf den Akt vor

Ist die Frau erregt, werden Klitoris und innere Schamlippen stärker durchblutet und schwellen so auf bis zur ihrer doppelten Größe an, was die beiden noch sensibler für Berührungen macht als sie sowieso schon sind. Auch die Vagina verändert sich bei Erregung: Da sie ein muskulärer Schlauch ist, kann sie sich im hinteren Bereich, also in Richtung Gebärmutter, weiten. Das ist durchaus sinnvoll, denn auch der Gebärmutterhals, der direkt im Anschluss an dieses hintere Ende liegt beginnt seine Position zu verändern: Er richtet sich auf. So sind ideale Verhältnisse für die Spermien gegeben um bequem in die Gebärmutter zu gelangen.
Kurz vor dem Orgasmus verengt sich die Vagina im vorderen Teil und bildet die „orgastische Manschette“, was bedeutet, dass sie sich rhythmisch um den Penis zusammenzieht und wieder entspannt.
Damit beim Geschlechtsverkehr alles „reibungslos verläuft“ verfügt die Frau über die „Bartholin`schen Drüsen“ am Scheideneingang. Diese produzieren bei sexueller Erregung Schleim, der den Akt erleichtert und angenehmer gestaltet. Dieser Schleim hat aber noch eine andere wichtige Wirkung: Er enthält Pheromone- Duftstoffe, die auf den Mann extrem anziehend und erregend wirken. Auch die inneren Schamlippen produzieren ein geschmeidig machendes Sekret.
Ein weitere interessante erogene Zone der Frau ist der G- Punkt. Es handelt sich hierbei um eine Stelle an der Vorderwand der Vagina an der sich mehrere Nerven und Blutgefäße finden- dadurch kann dieser Punkt als geriffelte Stelle getastet werden und ist besonders empfindsam für Lustgefühle.
Bei sexueller Erregung versteifen sich die Brustwarzen. Dies passiert auch bei Kälte. Der Mechanismus der diesem Vorgang zugrunde liegt ist ein Anspannen des Muskelgewebes auf einen Reiz. Durch zunehmende Erregung kommt es auch hier zu einer zunehmenden Durchblutung der Brust sowie der Brustwarzen wodurch sie nicht nur in Umfang sondern auch an Intensität ihrer Farbe zunehmen. Bei manchen Frauen können sie sogar so empfindsam werden, dass sie durch deren Stimulation einen Orgasmus erreichen können.

Das Vier- Phasen- Modell

Die beiden Sexualforscher Masters und Johnson haben ein Vier- Phasen- Modell erschaffen, nachdem der sexuelle Akt abläuft. Wichtig zu wissen ist, das die einzelnen Phasen nicht nur zwischen Mann und Frau sondern zwischen allen Menschen verschieden lang dauern können und das der Mann nach Durchlaufen dieser Phasen einige Zeit benötigt um den Kreislauf erneut anzutreten- im Gegensatz zur Frau, die gleich weitere Empfindungen derselben Art aufbauen kann.
Das Modell beginnt mit der Erregungsphase: Durch Berühren der erogenen Zonen kommt es zur Erregung. Diese Erregung wir in der folgenden Phase, der Plateauphase, durch regelmäßige und rhythmische Bewegungen bei denen sich die Sexualorgane gegenseitig stimulieren aufrechterhalten bis sie schließlich im Orgasmus, der dritten Phase, ihren Höhepunkt findet. Hierbei ziehen sich bei der Frau die Muskeln der Scheide und des Beckenbodens unwillkürlich zusammen- beim Mann folgt die Ejakulation: Die Samenflüssigkeit entleert sich unter Zuckungen des Penis in die Scheide. Nach dieser Phase höchster Anspannung und Empfindsamkeit kehren alle beteiligten Organe in der letzten Phase, der Entspannungsphase, in ihren Zustand vor Beginn der Erregungsphase zurück.

Körperliche Ursachen für sexuelle Probleme

Körperlich sind vor allem Veränderungen and den Gefäßen, z.B. Ateriosklerose, und neurologische Erkrankungen, z.B. die diabetische Polyneuropathie, an der Entstehung sexueller Funktionsstörungen beteiligt. Daneben können aber auch hormonelle Veränderungen oder die Einnahme gewisser Medikamente die Sexualfunktion beeinträchtigen.
Risikofaktoren, die das Auftreten einer körperlich bedingten Sexualstörung fördern sind: Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Depressionen, Psychische Erkrankungen sowie die Einnahme mehrerer Medikamente. Achten sie auf den Beipackzettel!
Bitte beachten Sie, dass es nicht selten zu einem Zusammenspiel der beiden Dimensionen Körper und Seele kommen kann und oft keine klare Trennung erfolgen kann.

Seelische Vorraussetzungen

Soviel zu den körperlichen Facetten der weiblichen Sexualität. Um Sexualität befriedigend ausleben zu können braucht man jedoch weit mehr, als nur die simple Berührung der erogenen Zonen und das Einführen des Penis in die Scheide. Der Mensch muss sich nicht nur mit seinem eigenen körperlichen Dasein identifizieren, er muss sich auch gedanklich auf den sexuellen Akt einstellen und ihn vor allem selber wollen.

Die Natur hat mitgedacht

Sex hat ja eigentlich einen ganz einfachen Sinn: Fortpflanzung. Hier können wir einen interessanten Trick der Natur beobachten, uns zur Fortpflanzung zu bringen: Hormone, die aufgrund der eigenen Fruchtbarkeit produziert werden signalisieren dem Gehirn, dass es jetzt an der passenden Zeit für Sex ist. So haben viele Frauen besonders an den Tagen um ihren Eisprung herum besonders viel Lust auf Sex, da es ja genau dann besonders viel Sinn macht Sex zu praktizieren, denn: das Ei steht bereit, nur das befruchtungswütige Spermium- das würde noch fehlen.

Sex- die natürlichste Sache der Welt

Der Sexualtrieb ist also ein natürliches menschliches Bedürfnis der, wie Hunger, Durst oder unser Schlafbedürfnis befriedigt werden muss. Das kann man vor allem daran sehen, wie unglücklich und manchmal auch seltsam sich Menschen verhalten wenn er eben nicht ausgelebt werden kann.

Wenn die Seele leidet, leidet oft auch die Sexualität

Viele Dinge müssen gegeben sein um ein lustvolles und befriedigendes Sexualleben zu erfahren. Nicht nur die körperliche Unversehrtheit und reine Funktionstüchtigkeit ist wichtig, sondern auch die psychische Komponente. Die Frau sollte versuchen ihren Körper und seine Bedürfnisse zu akzeptieren und zu lernen mit diesen Dingen ohne schlechtes Gewissen und unvoreingenommen umzugehen.
Darüber hinaus gilt es, und das wird immer schwieriger, sich mit der Flut und Präsenz des Themas Sex im täglichen Leben auseinander zu setzen und sich darüber im klaren zu werden, dass viele Dinge im wirklichen Leben gar nicht so sind wie es uns in Filmen oder in der Werbung mit der wir täglich überschüttet werden suggeriert wird.
Die Annahme des perfekten Aktes, der Leidenschaft, die einen sogar beim Geschirrspülerausräumen in der täglichen Routine übermannt, oder des 3 Stunden andauernden Liebesspiels- es mag uns schon bewusst sein, dass hier etwas nicht stimmt. Das aber nicht wir es sind, die diesem erfundenen Weltbild nachkommen müssen oder können, dass muss dem Unterbewusstsein erst einmal „erklärt“ werden. Und hier kann für manche Sexualstörungen schon die Wurzel allen Übels gefunden werden: Kampf dem Leistungsdruck!
Gerade für die Frau müssen, um Sex genießen zu können, viele Dinge im Einklang sein: Der eigene Körper, die psychische Verfassung, die seelische Verfassung- die Liste kann lang und für jede Frau anders sein. Durch viele Faktoren kann die genussvolle Sexualität ins Wanken kommen: Anspannung, Streß, Müdigkeit, Angst, Unsicherheit, körperliche Erkrankungen, Probleme in der Partnerschaft etc.